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26.08.2019 Montag  Elbschwimmen von Stadersand nach Drommel

Angekommen auf Drommel

"Rück Ut" gibt das Tempo vor

Dank an die Feuerwehr - "Henry Köpcke" sichert ab

NDR-Team auf "Kiek Wiet"

Neptun mit dem Elbbezwingern

"Hallo Niedersachsen" filmt die Rettungsübung

Wie oft das Elbschwimmen bereits stattfand, das weiß wohl keiner mehr so genau. Nach mehreren Ruhejahren organisierte der Kamerad Ahrens vergangenes Wochenende zum vierten Mal das wiederbelebte Ereignis, welches ursprünglich den Rettungstauchern zuzuordnen war. Heute nehmen neben den Tauchern von DLRG und Feuerwehr auch Rettungsschwimmer und eine geringe Zahl Gastschwimmer teil. Nachdem im letzten Jahr die Wochenblatt-Redakteurin Alexandra Bisping mit uns geschwommen ist, hatte sich in diesem Jahr ein dreiköpfiges Redaktionsteam des NDR angekündigt, um einen kurzen Bericht für das Format "Hallo Niedersachsen" zu erstellen. 

Bereits ab 14:30 Uhr trudelten nach und nach die Schwimmerinnen und Schwimmer ein. Ganze 36 machten sich startklar, um gegen 15:30 Uhr von Nico Ahrens gebrieft zu werden. Dabei wurden für alle noch einmal die Sicherheitsvorschriften und Notfallmaßnahmen hervorgehoben. Allen Schwimmerinnen und Schwimmern ist klar, dass die Elbe kein Schwimmgewässer ist und dass daher besondere Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden müssen. Niemand durfte zum Beispiel ohne Neopren ins Wasser. Der Neoprenanzug muss hierbei so stark physikalisch auftreiben, dass er den Körper in jedem Fall an der Wasseroberfläche hält. Wenn ein (bewusstloser) Körper abatmet, versinkt er und wäre in dem undurchsichtigen Gewässer aufgrund der Strömung schnell weggetrieben und somit nur schwer auffindbar. Dazu bekam jeder Schwimmer eine helle Badekappe, die das Zählen und Sichten für die Bootsbesatzungen einfacher machte. Insgesamt sechs Boote umzingelten den schwimmenden Pulk, nachdem Kamerad Hippauf vom "Kiek Ut" aus nach Sichtung des Schiffsverkehrs die Freigabe zum Start erteilte, sodass die Schwimmerinnen und Schwimmer mit einem gemeinsamen Sprung vom Anleger starten konnten. Dass sich bei den startenden Rettungsschwimmern und -tauchern auch etliche Rettungsmittel mit im Wasser befanden, bot hierbei zusätzliche Sicherheit. Damit sich das Feld nicht zu stark auseinanderzieht, gab das vorderste Boot, passenderweise der "Rück Ut", das Tempo vor und rückte mit dem Schwimmerfeld in Richtung Schleswig-Holstein aus. Das letzte Boot, passenderweise der "Hol Rut", fischte mit Leihmotor versehen die langsamsten, krampfenden oder schwächeren Schwimmer per Leiter aus dem Wasser und brachte diese wieder an das Feld heran. Dieses war lediglich bei einem Schwimmer nötig. Währenddessen spähte Maik Hippauf - passenderweise vom "Kiek Ut" aus - nach sich annähernden Schiffen und Booten, während alle sonstigen Besatzungen das Schwimmerfeld im Blick behielten. Letztlich ist die Elbe doch nichts weiter als eine enge Schiffsautobahn, auf der keiner der Schwimmer gerne die Bekanntschaft mit einer Schiffsschraube gemacht hätte. Aus diesem Grund bedeutet für einen Schwimmer ein strömungsbedingtes Abtreiben in die Fahrrinne stets absolute Lebensgefahr und löst somit einen augenblicklichen Rettungseinsatz aus. 

Die Elbe zeigte sich in diesem Jahr jedoch zahm, denn das Feld konnte nahezu ohne Welle in Richtung Drommel schwimmen, während sie mit der mittelhohen Welle des letzten Jahres dem 2018er-Feld deutlich mehr abverlangte. Bei dem Absprung von Stadersand aus spielen zwei Faktoren eine wichtige Rolle, damit die Freigabe erteilt werden kann: die Schifffahrt und die Tide. Der Plan ist grundsätzlich, zum Tidenwechsel abzuspringen, also bei ablaufendem Wasser loszuschwimmen und bei auflaufendem Wasser anzukommen, sodass die Strömung nur begrenzt am Körper zieht und der Wechsel zwischen Ebbe und Flut zum Schwimmen genutzt werden kann. Der Absprung kann aber nur erfolgen, wenn sich per Sicht und Online-Kontrolle keine Schiffe den Schwimmern zu nähern drohen. Dass beides in diesem Jahr perfekt zusammenpasste, war ein Glücksfall, denn im Zweifelsfall könnte es auch geschehen, dass überhaupt keine Freigabe zum Absprung erteilt werden kann. So kam es dann auch nicht zum absoluten Notfallplan, bei dem alle 36 schnell mit Hilfe der begleitenden Boote aus der Fahrrinne hätten gezogen werden müssen. In diesem Zusammenhang ist auch der Feuerwehr Stade herzlichst zu danken, die mit ihrem "Henry Köpcke" ein weiteres Boot zur Absicherung zur Verfügung stellte. 

Somit kamen alle 36 Schwimmerinnen und Schwimmer geschafft, aber glücklich nach rund 45 Minuten auf der anderen Elbseite an, haben die diesjährige Übung bestanden und erhielten vom Gott Neptun einen Schnaps, bevor sie per Boot wieder zurück nach Stadersand gefahren wurden. Dort angekommen ging es zum gemütlichen Teil über, während das NDR-Team sich für die Aufnahmen bedankte und bereits zum Schneiden des Beitrags verschwand. 

Dass dieses Elbschwimmen mit 36 Rettungsschwimmern, rund 100 Grillteilnehmern und sechs Absicherungsbooten ein gewaltige Team-Herausforderung ist, sollte dabei jedem klar sein. Viele helfende Hände machten 2019 dieses Ereignis möchlich: So koordinierte die Kameradin Andrea Schmidt die Bootsbesatzungen und sorgte für die Sicherheit, während der Kamerad Maik Hippauf die Gesamtverantwortung für die eigentliche Startfreigabe trug. Der große Kamerad Kai Riggers sorgte dafür, dass die ausgehungerten Teilnehmer im Zelt auch ausreichend Nachschub erhielten, während die Kameraden Lars Müller und Tobias Breuer bei 28 Grad Außentemperatur am Grill schwitzten, um nur einige zu nennen. 

Getreu dem Motto "Nach der Feier ist vor der Feier" werden jetzt bereits die ersten Fühler in Richtung Winterfackelschwimmen ausgestreckt. Am 14. Dezember (Samstag vor dem 3. Advent) singen wir für die Stader - nicht schön, aber laut und von Herzen!

Link zum Filmbeitrag: 

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hallo_niedersachsen/Elbe-Schwimmen-der-DLRG-Bitte-nicht-nachmachen,hallonds53576.html

Kategorie(n)
Schwimmausbildung

Von: Markus Scheliga

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