Geschichte der DLRG Ortsgruppe Stade e.V.

Bereits vor dem 1.Weltkrieg wurde durch die Schwimmerriege des Männer-Turn-Vereins, der Schwimmsport und auch das Rettungsschwimmen gefördert und gelehrt. Am 14.Juni 1914 wurde in Stade in der Militär-Badeanstalt ein Gau-Schwimmfest durchgeführt, bei dem unter anderem Retten für Jugendschwimmer als Disziplin ausgeschrieben war.

Im Frühjahr 1926 wurde die DLRG OG Stade unter Mitwirkung und Unterstützung des MTV's gegründet. Unmittelbar darauf wurde auch der Bezirk Stade, unter der Leitung des Lehrers Stüven ins Leben gerufen. Durch den Besitz eines Motorrades war er sehr beweglich und konnte damals bereits große Leistungen für die DLRG im Bezirk vollbringen, wie z.B. Gründungen von neuen Ortsgruppen, Durchführung von Ausbildungslehrgängen und Abnahme von Prüfungen im Rettungsschwimmen.

Hauptaufgabe bis zum Ausbruch des 2.Weltkrieges im Herbst 1939 war das Abhalten von Rettungs-Schwimmerlehrgängen. Vereinzelt wurde bereits am Strand von Bassenfleth, Stadersand und Brunshausen Rettungswachdienst geleistet. Hierfür stand ein Ruderboot des Wasserbauamtes unentgeltlich zur Verfügung. Seit 1934 wurde die Lehrscheinprüfung des Bezirks mit einer Demonstrationsfahrt auf der Elbe durchgeführt. Vorteil dieser Fahrten: die Teilnehmer erwarben die erforderlichen praktischen Kenntnisse für Rettungen im Stromgebiet und die neusten Rettungsgeräte konnten ausprobiert werden. Der gesamte Vorstand des Bezirkes und der Ortsgruppe wurde 1939/40 zu den Waffen gerufen. Damit kam die Arbeit innerhalb der DLRG zum Stillstand.

Im Frühjahr 1946 wurde der Bezirk und die Ortgruppe neu in Leben gerufen. Die Stader Gruppe legte durch den Ankauf von alten Zelten und Ferngläsern der früheren Wehrmacht und durch den Bau von mehreren Hochsitzen den Grundstock für den Rettungswachdienst nach dem Krieg. Kurz nach dem Krieg stand wieder ein Rettungsboot des Wasserbauamtes zur Verfügung; später leisteten die privaten Motor- und Segelboote bei Rettungswachen gute Dienste. 1953 war ein privates Motorboot ständig für den Wachdienst im Einsatz. Aber all das Entgegenkommen der Privatleute war nur ein Notbehelf. Bis im Herbst 1954 der Landesverband ein Motorrettungsboot (25 PS Außenbordmotor) zur Verfügung stellte, das dann in Stade stationiert wurde. Schon ein Jahr später ließ sich die OG Stade ein großes und für den Rettungswachdienst auf der Elbe geeignetes Rettungsboot bauen. Das neue Boot sowie das inzwischen neu beschaffte zahlreiche Gerät der DLRG benötigte dringend einen größeren Lagerraum und so wurde im Sommer 1962 mit dem ersten Gerätehausbau begonnen. Am 27.April 1963 wurde das erste im Bezirk gebaute Gerätehaus der DLRG gerichtet. Zur Anerkennung für diese Leistung stiftete der Lions Club ein weiteres Motorrettungsboot.

Die schwere Sturmflutkatastrophe vom 17.Februar 1962 brachte die DLRG im Niederelberaum erstmals zum Katastropheneinsatz, wobei viele neue Erfahrungen gesammelt werden konnten.

Am 28.5.1966 erhielt die Stader Gruppe, durch den Landkreis Stade, ein weiteres Rettungsboot und 1967 mit Unterstützung des Landesverbandes das nächste. Am 14.6.1964 stiftete die Stader VW-Vertretung ein gebrauchtes Kraftfahrzeug, welchen zum Wasserrettungswagen umgebaut wurde. Schon im Frühjahr 1967 konnte durch Eigeninitiative der Stader Mitglieder, ein zweiter Wasserrettungswagen angeschafft werden.

Dies war der Grundstein in der Entwicklungsphase der DLRG. Seitdem wurden immer mehr Rettungsgeräte und Wagen in Dienst gestellt. Heute ist die DLRG OG Stade, sowie der gesamte Bezirk Stade, eine der größten und modernsten DLRG Gliederungen, die es im Bundesverband gibt. Durch den ständigen Zuwachs, Mitwirkung im Katastrophenschutz und im Landeseinsatzzug des Landesverbandes entstehen immer mehr Aufgaben, die das ehrenamtliche Arbeiten nie zur Langeweile werden lassen.