DLRG "Kiek Ut" im Detail - elektronische Ausrüstung

Der Einsatz modernster elektonischer Hilfsmittel an Bord des Motorrettungsbootes "Kiek Ut" gewährt ein größtmögliches Maß an Sicherheit für die Besatzung und erschließt gleichzeitig Einsatzszenarien, sowohl im Umweltschutz als auch bei der Rettung von Menschenleben, die noch vor kurzer Zeit undenkbar erschienen. Das Besondere stellt die Integration der einzelnen Komponenten zu einem Gesamtsystem dar, das momentan auf der Unterelbe einzigartig ist.

Navigationsausrüstung

Mit Hilfe der permanenten Bestimmung der Schiffsposition und -bewegung mittels GPS, kann die genaue Position des Bootes in einer digitalen Seekarte auf dem Kartenplotte angezeigt werden. Ein sogenanntes Overlay des Radarbildes auf den Kartenbereich -ergänzt um die Daten des AIS- ermöglicht auch bewegliche Hindernisse wie Schiffe bei schwierigen Sichtverhältnissen sicher zu erkennen und zu identifizieren und erlaubt so ein sicheres Führen des Fahrzeuges auch bei widrigen Verhältnissen.

Wärmebildkamera

Mit der an Bord installierten "Thermal Night Vision" lassen sich durch Nutzung eines Wärmebildes oder alternativ einer restlichtverstärkten Abbildung selbst bei schlechtesten Sichtverhältnisse detaillierte Umgebungsdarstellungen anzeigen.

Nachtsichtgerät
Die herkömmliche Nachtsichtgerätefunktion der Kamera verstärkt das vorhandene aber für das menschliche Auge nicht mehr ausreichende Licht. Dieses Verfahren stößt bei widrigen Verhältnissen wie Starkregen oder Nebel an seine Grenzen. Mit Hilfe der Wärmebildkamera können die Wärmeunterschiede der Umgebung in vergleichbarer Bildqualität dargestellt werden und ermöglichen eine Navigation "auf Sicht" auch bei schlechten Witterungsverhältnissen.

Umweltschutz/Vermisstensuche
Temperaturunterschiede im Wasser lassen sich ohne eine Wärmebildkamera nicht identifizieren. Sie deuten u.a. auf das Einleiten von Stoffen hin. Mit Hilfe der Wärmebildkamera können sowohl die Einleitung von umweltgefährdenden Flüssigkeiten in ein Gewässer als auch Glutnester am Ufer oder an Bord von Booten erkannt werden.
An der Wasseroberfläche befindliche Personen strahlen mehr Wärme ab als das sie umgebende Wasser und erscheinen auf dem Bildschirm der Wärmebildkamera hell und gut erkennbar. Insbesondere bei Dunkelheit sind Personen ohne eine Wärmebildkamera nur sehr schwer auszumachen. Die fest installierte Kamera ermöglicht das Aufspüren vermisster Personen im Wasser auf eine Entfernung von ca. 1000 m.

Side Scan Sonar

Die bildliche Erfassung des Gewässerbodens und der auf ihn herabgesunkenen Gegenstände besitzt zahllose Anwendungen. Bei der Vorbereitung von Taucheinsätzen aber auch für die Suche nach Gegenständen, Gewässerverunreinigungen und Personen kann mit einem derartigen System zielgerichtet, zeit- und materialschonend gearbeitet werden.
Ein spezieller Side Scan Sonargeber tastet den Untergrund mit unterschiedlichen Frequenzen an und stellt die so gewonnenen Daten auf einem Display dar. Diese Darstellung ist im Idealfall erstaunlich rauscharm und detailliert.

Lagedarstellung

Die Daten der Subsysteme Radar, AIS, GPS, Wärmebildkamera und Side Scan Sonar werden auf dem Display, sowohl am Innen- sowie auch am Außenfahrstand zu einer Gesamtlage verdichtet dargestellt und stehen der Bootsbesatzung ohne zusätzliche Interpretation zur Entscheidungsfindung zur Verfügung. Im Steuerstand der "Kiek Ut" sind die Monitore und Konsolen so montiert, dass nicht nur der Bootsführer sie einsehen kann, um eine arbeitsanteilige Bedienung des Fahrzeugs zu ermöglichen.